Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Geldjude
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Zu den Stereotypen ĂŒber Juden gehört das von den Geldjuden, den Wucherjuden, beziehungsweise den jĂŒdischen Geldverleihern, allesamt Ethnophaulismen. Aus dem damit verbundenen Vorurteil von einer besonderen jĂŒdischen AffinitĂ€t zum Geld entwickelte sich der Mythos von der „jĂŒdischen Finanzherrschaft“. Das Stereotyp wurde zum „Kapital der amerikanischen OstkĂŒste“ sowie Beherrschung der Medien, der Weltwirtschaft und der Weltpolitik.cite-ref-1[1] Dies alles wurzelt in der Vorstellung vom mittelalterlichen Geldverleiher als Wucherer, der der christlichen Bevölkerung geschadet haben soll und aus dem dann der einflussreiche Bankier der Neuzeit wurde, der die FinanzgeschĂ€fte an der Börse manipuliere.cite-ref-2[2]cite-ref-geiger-3-0[3] Lange war die Annahme verbreitet, dass Juden im Mittelalter aus anderen Berufen in den Geldhandel abgedrĂ€ngt worden seien, worin sie dann ein Monopol besessen hĂ€tten; dies sei die Wurzel des Stereotyps gewesen. Diese Annahme gilt in der Geschichtswissenschaft als falsifiziert.

Contents

‱ Etymologie
‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Etymologie

Die Wahrnehmung von Juden als „Geldjuden“ ist durch das verbreitete Klischee des „Wuchers“ geprĂ€gt, welches ursprĂŒnglich nur das deutsche Wort fĂŒr den vom lateinischen census (= AbschĂ€tzung) abgeleiteten Zins war. Der Begriff des Wuchers stammt von mittelhochdeutsch wuocher, althochdeutsch wuochar (fĂŒr Nachwuchs, (Zins)gewinn, Vermehrung beziehungsweise Zunahme) beide Formen gehen auf den germanischen Wortstamm *wƍkra- = „Ertrag, Zins“ zurĂŒck. Viel spĂ€ter entwickelte sich daraus die Bedeutung im Sinne des weit ĂŒberhöhten Zinses beim Verleihen von Geld oder der Erzielung eines unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohen Gewinns beim Verkauf von Waren.cite-ref-4[4] Auch in Martin Luthers BibelĂŒbersetzung (Lutherbibel) vom September 1522 sind die Begriffe „Zins“ und „Wucher“ noch gleichgestellt. Der „Judenzins“ wurde im 18. und 19. Jahrhundert ein antijudaistischer Begriff fĂŒr Wucher, beziehungsweise Wucherzins. Der Geldjude wurde zum Synonym fĂŒr Wucherer, die Geldjuderei zum Synonym fĂŒr „jĂŒdische Wucherei“.cite-ref-5[5] Begriffsvarianten finden sich im „Bankjuden“, „MĂŒnzjuden“, „Schacherjuden“, „Handelsjuden“ oder „Finanzjuden“, bis hin zum „Kornjuden“.cite-ref-6[6]

Die frĂŒhteste Verwendung der Bezeichnung Wucherjude findet sich bei dem Publizisten der AufklĂ€rungszeit Christian FĂŒrchtegott Gellert in seinem Lustspiel Das Los in der Lotterie (1746).cite-ref-7[7]

Entstehungsgeschichte

Von Judas Iskariot, der fĂŒr dreißig Silberlinge Jesus Christus verriet, ĂŒber die Figur des Shylock bis zu den Rothschilds ist kaum ein Stereotyp in der Geschichte des christlichen Abendlandes derart virulent wie das des geldgierigen Juden. Dieses Stereotyp lĂ€sst sich bereits in der SpĂ€tantike nachweisen, etwa bei den KirchenvĂ€tern Ambrosius (De Tobia) und Augustinus. Dabei stand allerdings nicht der Vorwurf unredlicher ökonomischer BetĂ€tigung im Vordergrund, sondern die jĂŒdische Verstocktheit, also die Weigerung, sich zum Christentum zu bekehren, die in Metaphern von Habgier oder der UnfĂ€higkeit, angemessen mit Reichtum umzugehen, ausgedrĂŒckt wurde.cite-ref-9[9]

Lange herrschte in der Antisemitismusforschung die Ansicht vor, im Mittelalter hĂ€tten Juden den Geldverleih dominiert, weil es Christen verboten gewesen wĂ€re, Zinsen zu nehmen. Beschwerden oder gar Empörung ĂŒber jĂŒdische Geldverleiher wĂ€ren ĂŒblich gewesen. Diese Ansicht trifft indes nicht zu. TatsĂ€chlich zielte das Zinsverbot auf Erscheinungsformen innerhalb des Christentums. Bernhard von Clairvaux (1090–1153) etwa bezeichnete in einem an die Geistlichkeit und das Volk in Ostfranken und Bayern gerichteten Schreiben die christlichen Geldverleiher als noch Ă€rger als die jĂŒdischen. DafĂŒr gebrauchte er fĂŒr Geldverleih gegen Zinsen den lateinischen Neologismus judaizare, also einen pejorativen Begriff, der ein â€žĂŒblich jĂŒdisches Verhalten“ bezeichnen sollte.cite-ref-10[10] Mit diesem Vorwurf wollte er den damals durchaus gĂ€ngigen Geldverleih durch Christen kritisieren.cite-ref-11[11]

‱ 1139 wurde im Zweiten Laterankonzil im Canon 13 Erzbischöfen, Bischöfen und Äbten jedweden Ordens das Zinsnehmen untersagt.
‱ 1179 wurde im Dritten Laterankonzil im Canon 25 das sich immer mehr ausbreitende Verbrechen des Zinsnehmens („als wĂŒrden sie es erlaubtermaßen ausĂŒben“) bei Strafe der Exkommunikation verboten. Geistliche, die Wucherei zuließen, hatten sofort suspendiert zu werden.
‱ 1215 wurde im Vierten Laterankonzil im Canon 67 Juden „schwerer und unmĂ€ĂŸiger Wucher, [
] mit dem sie das Vermögen von Christen in kurzer Zeit erschöpfen“, verboten.

Es war demnach der „schwere und unmĂ€ĂŸige Wucher“ – somit der „schwere und unmĂ€ĂŸige Zins“ – verboten, nicht der â€žĂŒbliche Wucher“ – der â€žĂŒbliche Zins“.

Die These, Juden hĂ€tten im Mittelalter ein Monopol fĂŒr den Geldverleih gehabt, wie sie etwa Clemens Escher im Handbuch des Antisemitismus (2008) vertritt,cite-ref-12[12] wird in der Geschichtswissenschaft heute bestritten.

Das Stereotyp des jĂŒdischen Wuchers findet sich kaum in deutschen Volkspredigten oder anderen deutschen Texten nach dem 12. Jahrhundert. Die einzigen Quellen fĂŒr diesen Zusammenhang sind die Chroniken der deutschen StĂ€dte. Das Ziel der Agitation der kirchlichen Prediger gegen Wucher war hauptsĂ€chlich der christliche Wucherer. Die Kombination des Geldverleihs durch Juden mit der angeblichen HostienschĂ€ndung wurde hingegen zur Strategie gegen eine verschwörerische Verwirklichung des jĂŒdischen Machtstrebens und zu einer religiösen Diffamierung.cite-ref-13[13] Die Minoriten beklagten in ihren Predigten den angeblichen Wucher der Juden und provozierten damit immer wieder Ausschreitungen. Die brisanten antijĂŒdischen Themen wie der „Wucher der Juden“, der „Hostienfrevel“ und der „Ritualmord“ machte vor allem der Minorit Johannes Capistranus (1386–1456) zu Zentralpunkten seiner Predigten, was 1453 in Breslau zu einem der schlimmsten AutodafĂ©s dieser Zeit fĂŒhrte.cite-ref-14[14]

Im 14. Jahrhundert konnten in den deutschen StĂ€dten nur GeldhĂ€ndler (und Ärzte) eine Aufenthaltserlaubnis erwerben, andere Berufe wurden nur noch sekundĂ€r zum KreditgeschĂ€ft betrieben. Als typisch fĂŒr die Organisationsformen der Geldleihe erscheint der auf eigene Rechnung, mit eigenem Kapital und auf eigenes Risiko wirkende einzelne GeldhĂ€ndler. Dieser hat sich jedoch oft zur Erledigung grĂ¶ĂŸerer GeschĂ€fte wie auch zur Absicherung von bedenklichen Risiken – besonders bei auswĂ€rtigen Kunden – mit anderen Juden vergesellschaftet. „Der Topos vom Juden als Wucherer, der das Volk in seine „Zinsknechtschaft“ bringe, erschien schon frĂŒh und gehörte zu den wichtigsten Bestandteilen des antijĂŒdischen Stereotyps. Er sprach der Minderheit in den Augen der Mehrheit eine geradezu unheimliche Macht zu. Im SpĂ€tmittelalter haben sich dann auch die Obrigkeiten solche Vorstellungen zu eigen gemacht und wurden zunehmend unwillig, den gerichtlichen Apparat zu Gunsten jĂŒdischer GlĂ€ubiger einzusetzen“, so der Historiker Michael Toch.cite-ref-15[15]

Ein kolorierter Holzschnitt aus der Zeit um 1484 mit der Bezeichnung „Der Judenwucher“ ist ein Pamphlet gegen ZinsgeschĂ€fte. Dargestellt ist eine Szene bei einem jĂŒdischen Pfandleiher. „Der deutsche Text warnt den Leser mit einem Rechenbeispiel vor dem Wucher des Pfandleihers, der lateinische fordert die Obrigkeit auf, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Das Flugblatt ist ein Beleg fĂŒr die judenfeindlichen Bewegungen im spĂ€ten Mittelalter.“cite-ref-16[16]

Kreuzfahrer, die Kredite aufgenommen hatten, wurden von ihrem Eid zur Zahlung des Wuchers losgesprochen, ihren GlĂ€ubigern wurde die RĂŒckerstattung der Zinsen auferlegt. Juden sollten durch die weltliche Macht zum Erlass der Zinsen gezwungen werden und bis dahin von der Gemeinschaft mit Christen gebannt sein. FĂŒr die Tilgung der eigentlichen Schuld sollten den Kreuzfahrern vergĂŒnstigte Bedingungen gewĂ€hrt werden.

Bis ins 19. Jahrhundert gehörte es zur Politik vieler Landesherren, die Juden als nĂŒtzliche Geldeintreiber zu sehen. Sie waren Beauftragte der Obrigkeit, kassierten vom Volk zwar die Steuern, mussten jedoch ihrerseits enorme Summen an die Landesherren und den Kaiser abfĂŒhren. So blieb das fĂŒr die Steuereintreiber verwendete Klischee des geldgierigen Zinsnehmers und Wucherers nicht an den wirklichen EmpfĂ€ngern des Geldes hĂ€ngen, den LandesfĂŒrsten, sondern an deren MittelsmĂ€nnern, den Juden.cite-ref-17[17]

Verfestigung des Vorurteils

Bekannte historische Persönlichkeiten verfestigten das antisemitische Vorurteil, das Geldwesen lĂ€ge in der Hand von Juden. 1858 schrieb etwa der französische FrĂŒhsozialist Pierre-Joseph Proudhon den Juden einen „merkantilen und wucherischen Parasitismus“ zu und deklarierte den jĂŒdischen Parasiten.cite-ref-19[19]

FĂŒr Alphonse Toussenel (1803–1885) waren „Jude, Wucherer und GeldhĂ€ndler“ Synonyme (französisch „Juif, usurier, trafiquant sont pour moi synonymes“).cite-ref-20[20] Der amerikanische Dichter Ezra Pound (1885–1972) polemisierte in mehreren seiner 1937 erschienenen Cantos gegen Usura (lateinisch fĂŒr Wucher), die er als „Krebsschaden der Welt“ ansah und als typisch jĂŒdisch beschrieb.cite-ref-21[21]

Dieses Bild drang durch Legende und Sage, Volksroman und Karikatur tief in das Bewusstsein der Menschen ein und fand 1600 eine prominente Ausgestaltung in William Shakespeares Shylock im Kaufmann von Venedig.cite-ref-22[22] Als Shakespeare dieses StĂŒck schrieb, gab es keine Juden in England. Sie waren bereits 1290 vertrieben worden. Sein Geldverleiher Shylock war bereits das Produkt einer ĂŒberlieferten fixen Idee und nicht einer realen Beobachtung.

Bei Hofe spielten ab dem Ende des 16. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts europaweit einige Hundert als Hofjuden bekannten Hoffaktoren eine feste finanzökonomische Rolle. Der Hoffaktor war ein an einem höfischen Herrschaftszentrum beziehungsweise im Hofstaat beschĂ€ftigter Kaufmann, der (Luxus-)Waren, Heereslieferungen oder Kapital fĂŒr den Herrscher beschaffte.cite-ref-diner2016-23-0[23]

Die Figur des Joseph SĂŒĂŸ Oppenheimer (1698–1738), eines der berĂŒhmtesten Beispiele eines Hoffaktors, der nach dem plötzlichen Tode seines Landes- und Schutzherren Herzog Carl Alexander (1684–1737) aufgrund seiner (vermeintlich) jĂŒdischen „Kabale“ 1738 in Stuttgart hingerichtet wurde, verfestigte das Vorurteil: 1827 veröffentlichte Wilhelm Hauff seine Novelle Jud SĂŒĂŸ, 1925 erschien der gleichnamige Roman von Lion Feuchtwanger, 1930 brachte Paul Kornfeld ein TheaterstĂŒck Jud SĂŒĂŸ heraus, 1934 kam der Film Jud SĂŒĂŸ von Lothar Mendes in die britischen Kinos, 1940 brachte Veit Harlan den nationalsozialistischen Propagandafilm Jud SĂŒĂŸ heraus. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Haus Rothschild zum Inbegriff des angeblich jĂŒdischen Finanzwesens, in dessen Schatten die nichtjĂŒdischen BankhĂ€user Europas alle stehen wĂŒrden. Dass die Familie ĂŒber Filialen in und GeschĂ€tfsbeziehungen zu vielen europĂ€ischen HauptstĂ€dten verfĂŒgte, trug zur Entstehung des Mythos einer jĂŒdischen Weltverschwörung bei.cite-ref-24[24]

Dem völkisch-antisemitischen Autor Peter Deeg (1908–2005) ermöglichte der Leiter des Verlages Der StĂŒrmer, Julius Streicher, 1938 unter anderem die Veröffentlichung seines Buchs Hofjuden.cite-ref-25[25] Deeg ging es dabei um den Nachweis, dass „Hofjuden“ seit dem spĂ€ten Mittelalter aus „Geldgier“, „nimmersatter GefrĂ€ĂŸigkeit“ und dem „Verbrechercharakter der jĂŒdischen Rasse“ folgend zur Eroberung der Weltherrschaft angesetzt hĂ€tten. Dabei stellte den gesellschaftlichen Gegenpol zu den (wenigen) privilegierten Hofjuden die breite Schicht des „Betteljudentums“ dar. Offiziell geduldet waren Juden nur, wenn sie durch das von ihnen abpressbare Vermögen nĂŒtzlich waren. Juden, die ein bestimmtes Vermögensminimum nicht nachweisen konnten oder mit der Zahlung ihres Schutzgeldes in RĂŒckstand gerieten, wurden des Landes verwiesen. Sie waren darauf angewiesen, ihren Unterhalt als Hausierer und Bettler umherziehend zu bestreiten.cite-ref-26[26]

Zur Verbreitung des Mythos trugen auch philosemitische Kreise bei, die die antisemitischen Vorurteile ĂŒber eine vermeintlich typisch jĂŒdische Vorliebe fĂŒrs Geldverdienen einfach umdrehten: Vom ersten Drittel des 20. Jahrhunderts an beschrieben liberale Historiker, Soziologen und Ökonomen die Juden des Mittelalters als TrĂ€ger einer gesellschaftlichen Modernisierung: Indem sie Kredite bereitstellten, hĂ€tten Juden eine wichtige wirtschaftliche Funktion erfĂŒllt und wirtschaftliche Entwicklungen zu einer Zeit ermöglicht, Christen dies angeblich nicht konnten oder wollten. Belege fĂŒr die behauptete PrĂ€dominanz von Juden im mittelalterlichen Geldwesen wurden aber auch in diesen Werke nicht vorgelegt.cite-ref-27[27]

Verschwörungstheorien entstanden, wie etwa in den zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichten Protokollen der Weisen von Zion, die bis heute wirken. In seinem Schauerroman „Biarritz“ (einer Quelle der Protokolle) schilderte Hermann Goedsche alias Sir John Retcliffe schon 1868 die vermeintlichen Bank- und Börsenaktionen der Juden, die das Geld als Waffe anwenden sollten. Der Antisemit Hermann Esser (1900–1981) griff 1939 die „Protokolle“ in seinem Pamphlet Die jĂŒdische Weltpest – JudendĂ€mmerung auf dem Erdballcite-ref-28[28] die stereotypen Vorurteile auf. Den Tempel von Jerusalem beispielsweise bezeichnet er als „jĂŒdisches Zentralbankhaus“, das Alte Testament wĂŒrde zur Ausbeutung aller Nichtjuden aufrufen. Er listet eine Vielzahl an Einzelbeispielen vieler Autoren auf, mit denen er den Bezug der Juden zum Geld beschreibt, aber vor allem das jĂŒdische Kollektiv pauschal verurteilt: „Das Judentum ist verkörperter Materialismus in höchster Potenz der Sinnlichkeit, des Erraffens, des Ergaunerns, des Eigennutzes, der Herzlosigkeit und der Herrschsucht.“cite-ref-29[29]

Die Diffamierung vorgeblich jĂŒdischer GeschĂ€ftsmethoden nahm auch in dem 1907 erstmals veröffentlichten „Handbuch der Judenfrage“ relativ breiten Raum ein. 1913 veröffentlichte dessen Autor Theodor Fritsch ĂŒberdies unter einem Pseudonym eine ebenso umfangreiche wie hanebĂŒchene Abhandlung ĂŒber die „Juden im Handel und das Geheimnis ihres Erfolges“. Hierunter fĂ€llt auch das 1920–1922 erschienene Pamphlet von Henry Ford mit dem Titel Der internationale Jude. Erst 1986 sagte der BĂŒrgermeister von Korschenbroich, Degenhardt Wilderich Graf von Spee-Mirbach (CDU), zur Sanierung des stĂ€dtischen Haushalts „mĂŒsse man ein paar reiche Juden erschlagen“, worauf der BĂŒrgermeister zurĂŒcktreten musste.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]

Der Historiker Wolfgang Geiger kritisiert, dass sich das Vorurteil bis heute in den GeschichtsbĂŒchern der Gymnasien und selbst in der Brockhaus-EnzyklopĂ€die von 2004 oder dem Duden SchĂŒlerlexikon gehalten habe. WĂ€hrend im Wissenschaftsbereich durch neue LehrstĂŒhle, Institute und umfangreiche Forschungsarbeit beachtliche Fortschritte auf dem Gebiet der deutsch-jĂŒdischen Geschichte zu verzeichnen sind, gilt dies nicht im gleichen Umfang fĂŒr den Schulbereich.cite-ref-33[33]

Abraham Foxman beschreibt sechs Facetten des Vorurteils ĂŒber Juden, die den „wirtschaftlichen Antisemitismus“ begrĂŒnden. Sie haben sich bis heute gehalten und sind weltweit zu finden, insbesondere in Großbritannien, Deutschland, Argentinien und Spanien:cite-ref-foxman2010-34-0[34]

‱ Alle Juden wĂ€ren reich.cite-ref-35[34.1]
‱ Juden wĂ€ren geizig und gierig.cite-ref-36[34.2]
‱ MĂ€chtige Juden wĂŒrden die GeschĂ€ftswelt kontrollieren.cite-ref-37[34.3]
‱ Das Judentum wĂŒrde sich auf Profit und Materialismus fokussieren.cite-ref-38[34.4]
‱ Juden wĂ€re es erlaubt, Nichtjuden zu betrĂŒgen.cite-ref-39[34.5]
‱ Juden wĂŒrden ihre Macht nutzen, um „ihrer eigenen Gattung“ Vorteile zu verschaffen.cite-ref-40[34.6]

Die Politologen Marc Grimm und Bodo Kahmann schreiben: „Im Stereotyp des Geldjuden wird das unpersönliche Machtmedium Geld personalisiert, substanzialisiert und konkretisiert und damit werden abstrakte, anonyme HerrschaftsverhĂ€ltnisse quasi in persönliche rĂŒckĂŒbersetzt. Es findet eine Resubstanzialisierung des abstrakten Machtmediums Geld in der Figur des Geldjuden statt. Dieser Mechanismus zeugt von der UnfĂ€higkeit von Antisemiten, mit abstrakten Eigentumsformen umzugehen, es zeugt von ihrer Hinwendung zu vorkapitalistischen Formen der Akkumulation und von einem mythischen VerhĂ€ltnis zum Eigentum, das als in der Volksgemeinschaft verwurzelt imaginiert wird. Der zivilisatorische Entwicklungsschritt vom Grundeigentum zum frei flottierenden Kapitaleigentum, dem Finanzkapital, wird im Antisemitismus nicht mitvollzogen“.cite-ref-41[35]

Jean-Paul Sartre setzte der seiner Meinung nach falschen und gefĂ€hrlichen Interpretation dieser Form des Antisemitismus entgegen: „So bestimmt anscheinend die Idee, die man sich vom Juden macht, die Geschichte und nicht die geschichtliche Begebenheit die Idee.“cite-ref-42[36] In der historischen Antisemitismusforschung sei es inzwischen unstrittig, so der Soziologe und Antisemitismusforscher Klaus Holz im Jahr 2001, „dass sich der moderne Antisemitismus nicht aus Konflikten etwa um materielle Ressourcen zwischen jĂŒdischer und nicht-jĂŒdischer Bevölkerung erklĂ€ren lĂ€sst. Zwar werde eine NĂ€he der Juden zum Kapitalismus konstatiert, aber daraus werde keine „korrespondenztheoretische ErklĂ€rung“ abgeleitet; es sei klar, dass die „besonderen Merkmale der Judenheit“ die Rolle eines, und das ist zentral, nur „scheinbaren Belegs antisemitischer Vorurteile“ spielten. Und doch spukt das berĂŒhmte ‚Körnchen Wahrheit‘, das im Stereotyp so schnell zu finden zu sein scheint, mehr oder weniger explizit noch immer durch die Köpfe und auch durch die Texte von Wissenschaftlern. Die geschichtliche Begebenheit wird immer wieder mit Hilfe von lange bekannten, oft erstaunlich stereotypen ‚Bildern vom Juden‘ analysiert und beschrieben. Bestimmte Vorstellungen und Beschreibungen von der „wirtschaftlichen Lage“ der Juden, von der treibenden jĂŒdischen Kraft in der Wirtschaftsentwicklung und von den „regen“ Eigenschaften von ‚den Juden‘ in der Wirtschaft scheinen so plausibel zu sein, dass sie sich ĂŒber die Zeit halten konnten.“cite-ref-43[37]

Etablierung bis in die Moderne

Die mittelalterlichen Stereotypen von „Juden und Geld“ haben sich bis zum 21. Jahrhundert erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde ĂŒber verschiedene Arten von Visualisierungen das Thema in „Juden als Feinde des Christentums und der Menschheit“, „Juden und der Antichrist“ und „Juden und Weltherrschaft“ umgesetzt. Diese Tropen werden in die sĂ€kularisierte und „grĂŒndlich kapitalisierte“ Welt von heute ĂŒbertragen. Laut dem Germanisten und Antisemitismusforscher Winfried Frey werden sie von Generation zu Generation weitergegeben und wirken sich immer noch auf verschiedene Diskursformen aus, von politischer Agitation und Karikatur bis hin zu KinderbĂŒchern.cite-ref-44[38] Die 1938 durch die Nationalsozialisten erlassene Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben hat das mittelalterliche Bild des „Geldjuden“ bestĂ€rkt.

In seiner 1911 veröffentlichten Schrift Die Juden und das Wirtschaftslebencite-ref-45[39] machte der Soziologe und Volkswirt Werner Sombart (1863–1941) die Juden fĂŒr die Errichtung des Kapitalismus verantwortlich. Das antisemitische Stereotyp, das die europĂ€ische Wirtschaftstheorie und -praxis seit dem frĂŒhmittelalterlichen Wucherverbot beeinflusst hat, stigmatisierte das jĂŒdische Volk damit, eine besondere Rolle in der Wirtschaft gespielt zu haben. Sombart kennzeichnete nicht nur die besondere BefĂ€higung der Juden zur kapitalistischen Wirtschaftsform, sondern wies den Hofjuden im Besonderen einen entscheidenden Anteil an der BegrĂŒndung und Entwicklung des modernen Staates zu. Dieser Anteil grĂŒnde sich auf die Leistungen der Hofjuden als Lieferanten und Finanziers. Sombart zĂ€hlt zu den deutschen Intellektuellen, die solche jahrhundertealten Stereotypen mit pseudowissenschaftlichen Argumenten untermauerten, die dem Antisemitismus in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts seine besondere brutale Kraft verliehen.cite-ref-46[40] Sombart stieß mit seinen Thesen auf scharfen Widerspruch der Historiker. Sie haben Sombart vorgehalten, dass er fast gar keine originalen Quellen herangezogen habe, um seine Behauptungen zu stĂŒtzen. Beispielsweise konnten die Historiker Felix Rachfahl (1867–1925) und Hermann WĂ€tjen (1876–1944) fĂŒr ihre Forschungsgebiete zeigen, wie einseitig und vielfach unzutreffend Sombarts Thesen und Darlegungen waren.cite-ref-47[41] FĂŒr den Wissenschaftler Friedemann Schmoll (* 1962) schlug Sombart hiermit eine BrĂŒcke zu einem offenen antisemitischen Antikapitalismus.cite-ref-48[42]cite-ref-49[43] Es wird auch nicht von „Geldamerikanern“, „Geldarabern“, „Geldchinesen“ oder „Geldrussen“ gesprochen, obwohl es dort zahlenmĂ€ĂŸig weit mehr wohlhabende Menschen gibt, die in der Weltwirtschaft eine bedeutende Rolle spielen.

Die Historikerin Hannah Ahlheim (* 1978) schreibt hierzu, dass „dem spezifisch modernen antisemitischen Denken und den Bildern vom ‚Wirtschaftsjuden‘ zwar durchaus ‚reale‘ soziale und ökonomische Strukturen zu Grunde liegen, die die Gesellschaft und die Wirtschaftsordnung des spĂ€ten 19. und 20. Jahrhunderts und damit auch die Lebenswelt und die innere Welt der Antisemiten prĂ€gten. Doch es ist eben diese innere Welt, es sind die inneren Konflikte, die WĂŒnsche, Ängste und Aggressionen, es sind die Fantasien der Antisemiten, die uns in Gestalt ‚des Juden‘ entgegentreten, die sie in die abstrakte Figur des Juden ‚hineinsehen‘ und an konkreten Personen und Strukturen scheinbar zu belegen vermögen.“cite-ref-50[44]

Kritik aus der Geschichtswissenschaft

Die Annahme, Juden seien im Mittelalter durch ein nur fĂŒr Christen geltendes Zinsverbot und den Ausschluss aus den ZĂŒnften in den Geldverleih gedrĂ€ngt worden, wird in der Geschichtswissenschaft kritisiert. Finanzwesen und Finanzwirtschaft waren keineswegs die einzigen Lebenserwerbe der Juden im Mittelalter, standen jedoch besonders im Fokus des traditionellen christlichen Antijudaismus.cite-ref-51[45]cite-ref-52[46]cite-ref-53[47] Im Handwerk war eine Trennlinie zwischen West- und Osteuropa besonders deutlich sichtbar. WĂ€hrend in Westeuropa, wo die ZĂŒnfte die Juden jahrhundertelang ausgeschlossen hatten, nur wenige jĂŒdische Handwerker arbeiteten, gab es in Osteuropa zahlreiche jĂŒdische Handwerker, Schneider und Schuster, BĂ€cker und Goldschmiede.cite-ref-54[48]

Die wirtschaftliche Bedeutung der jĂŒdischen Minderheit in den neu entstehenden StĂ€dten des ausgehenden 12. und des 13. Jahrhunderts in neuer Rolle – sei es als HĂ€ndler, Geld- und Pfandleiher oder Verwalter von MĂŒnzstĂ€tten – hatte zwei Folgen. Zum einen deckte sie den Geldbedarf fĂŒr die wachsende Wirtschaft trotz des Zinsverbotes, zum anderen konnte sie gerade dadurch diskriminiert und verfolgt werden.cite-ref-56[50] Wer nirgends mehr einen christlichen Kredit bekam, konnte bei jĂŒdischen Geld- und Pfandleihern gegen Zinsen Geld leihen. Die Konnotation von „Juden-Geld“ und das stereotype Bild des „jĂŒdischen Wucherers“ haben hier ihren Ursprung und im Laufe jahrhundertelanger kulturell tradierter Antijudaismen einen ganzen Mythenkomplex gestaltet, der von der christlichen SpĂ€tantike ĂŒber Luthercite-ref-57[51] bis in die Gegenwart wirkt.cite-ref-58[52] Der Beruf des Geldverleihers wurde als unmoralisch herabgewĂŒrdigt, Juden wurden fĂ€lschlich als gierig, geizig und skrupellos dargestellt. Dies verstĂ€rkte sich noch mit dem Aufkommen der christlichen Inquisition, von Bettelorden und der Armutsbewegung im SpĂ€tmittelalter. Absurde Hochrechnungen wurden unterstellt, wie beispielsweise aus dem Verleih eines Gulden durch Zinseszinseffekte auf 20 Jahre hochgerechnet astronomische Schulden entstehen wĂŒrden. Dabei handelte es sich meist um kurzfristige Kredite beziehungsweise in der Pfandleihe in der Regel um GĂŒter von geringem Wert, wie Pfannen, Töpfe, BettwĂ€sche oder Kleidung.

Der Kleriker Madison Clinton Peters (1859–1918) hat bereits 1899 den Mythos zu entlarven versucht.cite-ref-59[53] Die kritische Sicht auf die mittelalterliche Geschichte der Juden in Deutschland ist jedoch erst in den 1990er Jahren in Bewegung geraten und hat neue Perspektiven gewonnen, unter anderem auf den Geschichtsmythos vom „reichen Juden“.cite-ref-60[54] Im Gegensatz zur allgemeinen Vorstellung wurde das christliche Zinsverbot in der RealitĂ€t wenig respektiert. Die kanonische Rechtsetzung wurde und wird mit der Rechtswirklichkeit fĂ€lschlicherweise gleichgesetzt. Das kirchliche Recht war kein weltliches Recht. Die Kirche konnte ab 1179 den Wucherern nur mit Verweigerung eines christlichen BegrĂ€bnisses, dem Versagen von Beichte und Abendmahl oder ab 1274 mit der Exkommunikation zu Lebzeiten drohen. Beides betraf ausschließlich Christen. Letztlich blieb es jedoch bei den Androhungen.cite-ref-geiger-3-1[3]

Zum anderen waren die ZĂŒnfte und Gilden auf die StĂ€dte beschrĂ€nkt, sodass Juden im lĂ€ndlichen Raum sehr wohl in vielen Handwerksberufen tĂ€tig waren. Ebenso waren handwerkliche und andere TĂ€tigkeiten aller Art innerhalb der jĂŒdischen Gemeinschaften existenziell notwendig, wie beispielsweise Schneider, Schuhmacher, Schmied, Weber, BĂ€cker, Arzt, Zimmerer, Landwirt, HĂ€ndler oder diverse rituelle TĂ€tigkeiten wie Rabbiner, SchĂ€chter, Mohel und andere. Hinzu kamen Handwerksberufe, die von der Gesellschaft des Mittelalters verachtet wurden, dazu gehörten MĂŒller, SchĂ€fer, Abdecker, Gerber, Bader oder Barbiere. Diese Handwerke wurden jahrhundertelang als unehrliche Berufe – im Sinne unehrenhafter Berufe – eingeordnet und waren deshalb Juden nicht versperrt.cite-ref-61[55]cite-ref-62[56]

Der allergrĂ¶ĂŸte Teil der jĂŒdischen Bevölkerung lebte in Ă€rmlichen VerhĂ€ltnissen, so dass sie gar nicht ĂŒber die Mittel verfĂŒgten, um als Geldverleiher aufzutreten. Die jĂŒdische Geldleihe unterschied sich in manchen Punkten von der christlichen. So hatten Juden, bis im Italien des 15. Jahrhunderts die ersten öffentlichen Leihhauser aufkamen, das Vorrecht der Pfandleiher. Dies machte Juden zu Kreditgebern „kleiner Leute“, der BĂŒrger, Handwerker und Bauern.cite-ref-63[57] Es gab aber zweifellos einige wenige begĂŒterte Juden, die – neben den viel zahlreicheren christlichen Geldverleihern – tĂ€tig waren, was jedoch weder den Bezug zu Juden noch eine Verallgemeinerung zulĂ€sst.cite-ref-64[58]

Auch wurden GeldgeschĂ€ft im Mittelalter keineswegs nur von Juden betrieben. Bekannt sind zahlreiche christliche Geldverleiher, so etwa die noch heute existierende Banca Monte dei Paschi di Siena, die Compagnia dei Bardi, die Medici, die seit dem 14. Jahrhundert BankgeschĂ€fte tĂ€tigten, Kawerschencite-ref-65[59] oder die Lombarden, viele BĂŒrger von Asti und Arras, die Pepoli (insbesondere Romeo Pepoli, Taddeo Pepoli) oder in England die Audleys und Caursiniscite-ref-66[60]cite-ref-67[61] hingewiesen.cite-ref-68[62] Der Franziskaner-Orden rief in Italien die ersten PfandleihhĂ€user ins Leben, sogenannte Monte di PietĂ , die von den Darlehnsnehmern nur „kostendeckende“ Zinsen verlangten, etwa 10 %.cite-ref-69[63] Das erste entstand 1462 in Perugia, es folgten weitere Montes 1463 in Orvieto, 1471 in Viterbo, 1473 in Bologna und 1483 in Mailand.

Der Historiker Michael Toch betont in seinem 1997 erschienenen Beitrag Die Juden im mittelalterlichen Reich, dass gegenĂŒber allgemein gelĂ€ufigen Ansichten das Leben in Europa allgemein und in Deutschland besonders nur einen und keineswegs den bedeutendsten Abschnitt der jĂŒdischen Geschichte des Mittelalters darstellt. Das Judentum Mitteleuropas konnte sich weder in Bevölkerungszahlen noch in seinen geistigen und sozialen Errungenschaften mit dem babylonischen Judentum des FrĂŒhmittelalters oder dem iberischen Judentum unter islamischer und spĂ€ter christlicher Herrschaft messen. Er fĂŒhrt aus, „dass die moderne Forschung mit der Vorstellung aufgerĂ€umt hat, dass sich die Juden ausschließlich den Kredit- und Geldverleihberufen gewidmet hĂ€tten. Vielmehr wurde festgestellt, dass ein bedeutender Bevölkerungsteil seinen Lebenserwerb in Dienstleistungsberufen fĂŒr die Oberschicht der HĂ€ndler und Geldleiher fand, auch, dass gegen Ausgang des SpĂ€tmittelalters eine erneute Tendenz zum Warenhandel spĂŒrbar wird.“ 
 „Die frĂŒhere Ansicht, die die GrĂŒnde fĂŒr die Verfolgungen bei den Juden selbst fand, besonders in ihrem wirtschaftlichen Verhalten als Geldleiher oder den Handel monopolhaft beherrschende Kaufleute, geht nach heutigem VerstĂ€ndnis fehl. Vielmehr ist sich die neuere Forschung einig, daß die Antriebe in den tiefgehenden religiösen VerĂ€nderungen der christlichen Gesellschaft zu suchen sind, die mit den Stichworten eucharistische Frömmigkeit, Armutsbewegung, Kirchenreform, Endzeiterwartung umschrieben werden können, sich im Laufe des 11. Jahrhunderts entwickelten und in der Kreuzzugsbewegung gipfelten.“cite-ref-70[64]

Der Historiker Andreas Rentz resĂŒmiert:

„Polemik und Stereotypie gegen jĂŒdische Wucher*innen entstanden nicht, weil so viele Geldleiher*innen zufĂ€llig JĂŒdinnen*Juden gewesen wĂ€ren, sondern weil ihnen pauschal Geldleihe und Wucher unterstellt wurden. JĂŒdinnen*Juden waren nĂ€mlich so wenig Wucher*innen wie sie Ritualmörder*innen oder Brunnenvergifter*innen waren. Der Grund fĂŒr diese Entstehung liegt daher vielmehr in einem spezifischen VerhĂ€ltnis der Christ*innen zu den JĂŒdinnen*Juden. [
] Die Vorstellung vom „Geldjuden“ ist ein christliches Stereotyp.“cite-ref-71[65]

Literatur

‱ Winfried Frey: Der „Wucherjude“ als Karikatur christlicher Praxis. In: Das Mittelalter 10 (2005), Heft 2, S. 126–135 (online).
‱ Wolfgang Geiger: Christen, Juden und das Geld – Über die Permanenz eines Vorurteils und seine Wurzeln. In: Einsicht 04, Bulletin des Fritz Bauer Instituts, Herbst 2010, S. 30–37; fritz-bauer-institut.de (PDF; 4,5 MB). Zwischen Urteil und Vorurteil: jĂŒdische und deutsche Geschichte in der kollektiven Erinnerung. 2012, ISBN 978-3-941743-23-6, S. 105–118 (books.google.com). Geldjuden“. Die Grundlagen eines universellen Vorurteils vom Mittelalter bis heute. In: Widerspruchstoleranz.3. Ein Methodenhandbuch zu antisemitismuskritischer Bildungsarbeit. KIgA 2019, S. 16–23; kiga-berlin.org (PDF).
‱ Julie L. Mell: The Myth of the Medieval Jewish Moneylender. Band I. Palgrave Macmillan, Basingstoke 2017, ISBN 978-1-137-39776-8 und 2018, Band II, 2018, ISBN 978-3-319-34185-9.
‱ Gunnar Mikosch: Von jĂŒdischen Wucherern und christlichen Predigern. Eine Spurensuche. In: Aschkenas, 2012, 20, doi:10.1515/asch-2010-0018.
‱ Andreas Rentz: Der „Geldjude“. AntijĂŒdische ökonomische Stereotype im mittelalterlichen Deutschland bis zur Großen Pest. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2024, ISBN 978-3-11-120522-9.
‱ Peter Waldbauer: Lexikon der antisemitischen Klischees: antijĂŒdische Vorurteile und ihre historische Entstehung. Mankau Verlag, 2007, ISBN 978-3-938396-07-0 (books.google.com).

Weblinks

‱ Das Feindbild des „jĂŒdischen Wucherers“. Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit. DGB-Bildungswerk ThĂŒringen; abgerufen am 11. August 2020.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Editorial (PDF; 0,4 MB) Gesellschaft fĂŒr christlich-jĂŒdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar, MĂ€rz 2019; abgerufen am 15. Aust 2020.
cite-note-22. ↑ Geld. JĂŒdischeGeschichte.de; abgerufen am 9. August 2020.
cite-note-geiger-33. ↑ Wolfgang Geiger: „Geldverleiher“ gegen „Bankiers“ – Entstehung des Geldverkehrs und dessen TrĂ€ger. Klischee und Wirklichkeit des Mittelalters. JĂŒdischeGeschichte.de, AG Deutsch-JĂŒdische Geschichte im Verband der Geschichtslehrer Deutschlands; abgerufen am 15. August 2020.
cite-note-44. ↑ Wucher. Duden.de; abgerufen am 9. August 2020.
cite-note-55. ↑ geldjuderei, f. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 5: Gefoppe–Getreibs – (IV, 1. Abteilung, Teil 2). S. Hirzel, Leipzig 1897, Sp. 2914 (woerterbuchnetz.de).
cite-note-66. ↑ Manfred Gailus: Die Erfindung des „Korn-Juden“. Zur Geschichte eines antijĂŒdischen Feindbildes des 18. und frĂŒhen 19. Jahrhunderts. In: Historische Zeitschrift, 2001, 272, 3, S. 597–622.
cite-note-77. ↑ Andreas Rentz: Der „Geldjude“. AntijĂŒdische ökonomische Stereotype im mittelalterlichen Deutschland bis zur Großen Pest. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2024, ISBN 978-3-11-120522-9, S. 1 f.
cite-note-81. Sara Lipton: Dark Mirror. The Medieval Origins of Anti-Jewish Iconography. Metropolitan Books, 2014, ISBN 978-0-8050-7910-4, S. 171–199.
cite-note-99. ↑ Giacomo Todeschini: Christian Perceptions of Jewish Economic Activity in the Middle Ages. In: Michael Toch, Elisabeth MĂŒller-Luckner (Hrsg.): Wirtschaftsgeschichte der mittelalterlichen Juden. Fragen und EinschĂ€tzungen. Oldenbourg, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-486-58670-1, S. 1–16, hier S. 7 f.
cite-note-1010. ↑ Kurt Schubert: JĂŒdische Geschichte. C.H.Beck, 2012, ISBN 978-3-406-64366-8, S. 47 (books.google.com).
cite-note-1111. ↑ Maria Dorninger: „Von dem grossen vberschlag deß Judischen Wuchers“? Notizen zum Bild des (Wucher-)Juden im (SpĂ€t-)Mittelalter. In: Aschkenas, 2010, 20, Heft 2, S. 479–504, hier S. 481 f.
cite-note-1212. ↑ Clemens Escher: Wucherjude. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 3: Begriffe, Ideologien, Theorien. De Gruyter Saur, Berlin 2008, ISBN 978-3-598-24074-4, S. 348–349.
cite-note-1313. ↑ Johannes Heil: Verschwörung, Wucher und Judenfeindschaft oder: die Rechnung des Antichristen – Eine Skizze. Wolfgang Benz zum siebzigsten Geburtstag gewidmet. In: Aschkenas, 2010, 20, Heft 2, S. 395–413.
cite-note-1414. ↑ Arno Herzig: JĂŒdische Geschichte in Deutschland: von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart. C.H.Beck, 2002, ISBN 3-406-47637-6. S. 63
cite-note-1515. ↑ Michael Toch: Die Juden im mittelalterlichen Reich (= EnzyklopĂ€die deutscher Geschichte. Nr. 44). De Gruyter, 2014, ISBN 978-3-486-56711-3, S. 39 f. (degruyter.com).
cite-note-1616. ↑ Der Judenwucher. Deutsches Historisches Museum; abgerufen am 10. September 2020.
cite-note-1717. ↑ Peter Waldbauer: Lexikon der antisemitischen Klischees: antijĂŒdische Vorurteile und ihre historische Entstehung. Mankau Verlag, 2007, ISBN 978-3-938396-07-0, S. 83 (books.google.com).
cite-note-182. Paul Assall: Juden im Elsass. Elster Verlag, Moos 1984, ISBN 3-89151-000-4, S. 88.
cite-note-1919. ↑ Alexander Bein: Der jĂŒdische Parasit. In: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte, 1965, 13, Heft 2, S. 128; ifz-muenchen.de (PDF; 1,4 MB); abgerufen am 12. August 2020.
cite-note-2020. ↑ Micha Brumlik: Antisemitismus im FrĂŒhsozialismus und Anarchismus. In: Ludger Heid, Arnold Paucker (Hrsg.): Juden und deutsche Arbeiterbewegung bis 1933. Soziale Utopien und religiös-kulturelle Traditionen. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1992, S. 38.
cite-note-2121. ↑ Hans-Christian Kirsch: Ezra Pound mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. rororo, Reinbek 1992, S. 92.
cite-note-2222. ↑ Julia König: Judenfeindschaft von der Antike bis zur Neuzeit. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 23. November 2006; abgerufen am 12. August 2020.
cite-note-diner2016-2323. ↑ Dan Diner: EnzyklopĂ€die jĂŒdischer Geschichte und Kultur. Band 3: He–Lu. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-476-01218-0, S. 84–88 (books.google.com).
cite-note-2424. ↑ Matthew Lange: Bankjuden. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 3: Begriffe, Ideologien, Theorien. De Gruyter Saur, Berlin 2008, ISBN 978-3-598-24074-4, S. 41.
cite-note-2525. ↑ Hofjuden, Julius Streicher (Hrsg.): Juden, Judenverbrechen und Judengesetze in Deutschland von der Vergangenheit bis zur Gegenwart. Band 1/15. StĂŒrmer Verlag, NĂŒrnberg 1938; Textarchiv – Internet Archive.
cite-note-2626. ↑ Michael Demel: Gebrochene NormalitĂ€t: die staatskirchenrechtliche Stellung der jĂŒdischen Gemeinden in Deutschland. Mohr Siebeck, 2011, ISBN 978-3-16-150885-1, S. 65 (books.google.com).
cite-note-2727. ↑ Julie Mill: Jews and Money: The Medieval Origins of a Modern Stereotype. In: Steven T. Katz (Hrsg.): The Cambridge Companion to Antisemitism. Cambridge University Press, Cambridge / New York 2022, ISBN 978-1-108-49440-3, S. 213–232, hier S. 213.
cite-note-2828. ↑ Das Pamphlet Die jĂŒdische Weltpest ist online auf einer rechtsradikalen Website abrufbar, wird deshalb hier nicht verlinkt.
cite-note-2929. ↑ Angelika Benz: Die jĂŒdische Weltpest (Hermann Esser, 1927). In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 6: Schriften und Periodika. De Gruyter Saur, Berlin 2013, S. 380–381, ISBN 978-3-11-025872-1.
cite-note-3030. ↑ Wolfgang Benz: Bilder vom Juden: Studien zum alltĂ€glichen Antisemitismus. C.H.Beck, 2001, ISBN 3-406-47575-2, S. 26.
cite-note-3131. ↑ Werner Bergmann: Antisemitismus in öffentlichen Konflikten: kollektives Lernen in der politischen Kultur der Bundesrepublik 1949–1989. Campus Verlag, 1997, ISBN 3-593-35765-8, S. 444 (books.google.com).
cite-note-3232. ↑ Armin Pfahl-Traughber: Antisemitismus in der deutschen Geschichte. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-322-91380-7, S. 134 (books.google.com).
cite-note-3333. ↑ Deutsch-jĂŒdische Geschichte im Unterricht – Eine Orientierungshilfe fĂŒr Schule und Erwachsenenbildung. 2. Auflage. Kommission des Leo Baeck Instituts zur Verbreitung deutsch-jĂŒdischer Geschichte, 2006; juedischegeschichte.de (PDF; 0,2 MB); abgerufen am 15. August 2020.
cite-note-foxman2010-3434. ↑ Abraham H. Foxman: Jews and Money: The Story of a Stereotype. St. Martin’s Publishing Group, 2010, ISBN 978-0-230-11225-4 (englisch, books.google.com).
cite-note-4135. ↑ Marc Grimm, Bodo Kahmann: Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror. De Gruyter, 2018, ISBN 978-3-11-053709-3, S. 76–79 (books.google.com).
cite-note-4236. ↑ Jean Paul Sartre: Betrachtungen zur Judenfrage. Psychoanalyse des Antisemitismus. Europa Verlag, ZĂŒrich, 1948, ISBN 978-3-499-13149-3, S. 6–7 (Originaltitel: Reflexions sur la question juive).
cite-note-4337. ↑ Klaus Holz: Nationaler Antisemitismus – Wissenssoziologie einer Weltanschauung, Hamburger Edition, 2010, ISBN 3-86854-226-4, S. 7.
cite-note-4438. ↑ Winfried Frey: Die Juden kennen kein Mitleid. Sie streben nur nach einem, nach Geld. Mittelalterliche Stereotype des Wucherjuden in deutschen Texten von der frĂŒhen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert. In: Aschkenas, 2012, 20, De Gruyter; doi:10.1515/asch-2010-0021.
cite-note-4539. ↑ Die Juden und das Wirtschaftsleben. Duncker & Humblot, Leipzig; archive.org.
cite-note-4640. ↑ Ulla Kypta, Julia Bruch, Tanja Skambraks: Grand Narratives in Premodern Economic History. In: Methods in Premodern Economic History – Case studies from the Holy Roman Empire, 1300–1600. Springer, 2019, ISBN 978-3-030-14659-7, S. 25 (englisch); link.springer.com
cite-note-4741. ↑ Heinrich Schnee: Die Hoffinanz und der moderne Staat. In: Saeculum, 23. Oktober 2014, Band 3, Heft 1, De Gruyter, S. 133; doi:10.7788/saeculum-1952-0107 @1@2Vorlage:Toter Link/www.degruyter.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im MĂ€rz 2025. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
cite-note-4842. ↑ Friedemann Schmoll: Die Verteidigung organischer Ordnungen: Naturschutz und Antisemitismus zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus. In: Joachim Radkau, Frank Uekötter: Naturschutz und Nationalsozialismus. Campus Verlag, 2003, S. 176.
cite-note-4943. ↑ Hans-Jörg Gilomen: Die ökonomischen Grundlagen des Kredits und die christlich-jĂŒdische Konkurrenz im SpĂ€tmittelalter. S. 139–169; researchgate.net
cite-note-5044. ↑ Hannah Ahlheim: Das Vorurteil vom,raffenden Juden‘. In: Bilder des JĂŒdischen – Selbst- und Fremdzuschreibungen im 20. und 21. Jahrhundert. De Gruyter, 2013, S. 235–236.
cite-note-5145. ↑ Robert Michael: A history of Catholic antisemitism: the dark side of the church. 2008, S. 102.
cite-note-5246. ↑ Klaus-Peter Lehmann: Urteil statt Vorurteil. Reformation und Antijudaismus. ImDialog. Evangelischer Arbeitskreis fĂŒr das christlich-jĂŒdische GesprĂ€ch in Hessen und Nassau, 2010; abgerufen am 16. Mai 2018.
cite-note-5347. ↑ Johannes Heil: Antijudaismus und Antisemitismus. Begriffe als BedeutungstrĂ€ger. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Jahrbuch fĂŒr Antisemitismusforschung. Frankfurt am Main 1997, S. 92–114.
cite-note-5448. ↑ Michael Brenner: Kleine jĂŒdische Geschichte. C.H.Beck, 2012, ISBN 978-3-406-62124-6. , S. 267.
cite-note-frtour-2018-553. Karneval – Fasnacht in fribourg region. Freiburger Tourismusverband, Fribourg rĂ©gion, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 14. Juni 2018; abgerufen am 30. April 2018.
cite-note-5650. ↑ Wolfgang Geiger: „Geldverleiher“ gegen „Bankiers“ – Entstehung des Geldverkehrs und dessen TrĂ€ger. Klischee und Wirklichkeit des Mittelalters. JĂŒdischeGeschichte.de, AG Deutsch-JĂŒdische Geschichte im Verband der Geschichtslehrer Deutschlands, S. 11; abgerufen am 15. August 2020.
cite-note-5751. ↑ RenĂ© SĂŒss: Luthers theologisches Testament: Von den Juden und ihren LĂŒgen. Einleitung und Kommentar. Orient & Okzident, Bonn 2017, ISBN 978-3-9806216-7-0.
cite-note-5852. ↑ Wolfgang Benz: Antisemitismus. PrĂ€senz und Tradition eines Ressentiments. Wochenschau Verlag, 2015, ISBN 978-3-7344-0104-6, S. 18ff. u. 29 ff.
cite-note-5953. ↑ Madison Peters: Justice To The Jew: The Story Of What He Has Done For The World. The Baker and Taylor, New York 1899 (englisch), S. 203–234, Kapitel 9: The Jew in finance; Wikimedia Commons
cite-note-6054. ↑ Michael Toch, Wilfried Feldenkirchen: Die Juden im mittelalterlichen Reich. Walter de Gruyter, 1998, ISBN 3-486-55053-5, S. 85.
cite-note-6155. ↑ Jost Schneider: Sozialgeschichte des Lesens. Zur historischen Entwicklung und sozialen Differenzierung der literarischen Kommunikation in Deutschland. Walter de Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-017816-8, S. 154.
cite-note-6256. ↑ Berufsfelder der jĂŒdischen Bevölkerung im Mittelalter. schum-staedte.info, Institut fĂŒr Geschichtliche Landeskunde an der UniversitĂ€t Mainz; abgerufen am 17. August 2020.
cite-note-6357. ↑ Horst Fuhrmann: Überall ist Mittelalter: von der Gegenwart einer vergangenen Zeit. C.H.Beck, 2010, ISBN 978-3-406-60487-4, S. 140 (books.google.com).
cite-note-6458. ↑ Über den Wucher jĂŒdischer und christlicher Geldverleiher. jhva.wordpress.com, JĂŒdisch Historischer Verein Augsburg; abgerufen am 11. August 2020.
cite-note-6559. ↑ kawerze. In: Vormalige Akademie der Wissenschaften der DDR, Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Deutsches Rechtswörterbuch. Band 7, Heft 5 (bearbeitet von GĂŒnther Dickel, Heino Speer, unter Mitarbeit von Renate Ahlheim, Richard Schröder, Christina Kimmel, Hans Blesken). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1978, OCLC 832567094 (adw.uni-heidelberg.de).
cite-note-6660. ↑ Robert Henry: The History of Great Britain. 1788, S. 282 (englisch, books.google.com).
cite-note-6761. ↑ Madison Peters: Justice To The Jew: The Story Of What He Has Done For The World. The Baker and Taylor, New York 1899 (englisch), S. 230, Kapitel 9: The Jew in finance; Wikimedia Commons
cite-note-6862. ↑ Hans-Jörg Gilomen: Wucher und Wirtschaft im Mittelalter. In: Historische Zeitschrift, 1990, Band 250, S. 274; Oldenburg Verlag.
cite-note-6963. ↑ J. Mees: Montes. In: Lexikon des Mittelalters. Band 6. Artemis & Winkler, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1993, ISBN 3-7608-8906-9, Sp. 796 f.
cite-note-7064. ↑ Michael Toch: Die Juden im mittelalterlichen Reich (= EnzyklopĂ€die deutscher Geschichte. Nr. 44). De Gruyter, 2014, ISBN 978-3-486-56711-3, S. 96 und 112. (degruyter.com).
cite-note-7165. ↑ Andreas Rentz: Der „Geldjude“. AntijĂŒdische ökonomische Stereotype im mittelalterlichen Deutschland bis zur Großen Pest. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2024, S. 21.